Assimilation - Kritik zu Star Trek: Picard 2.03

SPOILER

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Zu Beginn von "Assimilation" bleibt die 2. Staffel von Star Trek: Picard ihrem hohem Tempo zunächst weiter treu. Der Showdown zwischen Picard und seiner Crew auf der einen und Sevens Alternativwelt-Ehemann auf der anderen Seite wird vergleichsweise schnell aufgelöst, wobei auf beiden Seiten Opfer zu beklagen sind. Während die drei Konföderierten allesamt getötet werden, erwischt es auch Elnor, der die Reise in die Vergangenheit nicht überlebt.

Zuvor übernimmt jedoch erst einmal die Borg-Königin die Kontrolle über das Schiff und reist auf bekannte Weise in das Jahr 2024. Dort angekommen sorgen technische Probleme jedoch für eine ziemliche raue Landung, und als Picard sich zwischen der Rettung von Elnor oder dem Überleben der Borg-Königin entscheiden muss, fällt seine Wahl auf die alte Feindin. Da die Königin einfach zu wichtig für die Mission ist, muss sie mit allen Mitteln gerettet werden.

Dies bedeutet auch gleichzeitig das Ende für Elnor, was vor allem Raffi ein schwerer Schlag ist. Der Rest der Crew ist zwar auch betroffen, geht aber doch vergleichsweise schnell zum Alltag über. Interessant ist der Tod vor allem vor dem Hintergrund, dass die Autoren nach Soji nun schon das zweite jüngere Crewmitglied aus der Serie schreiben. Tatsächlich wirkt es auch eher so, als wäre Evan Evagora überhaupt nur zurückgekehrt, um Raffi einen emotionalen Arc zu ermöglichen. Grundsätzlich lässt sich die Entscheidung durchaus nachvollziehen. So wirklich viel schienen die Autoren mit dem romulanischen Ninja-Samurai ohnehin nicht anfangen zu wissen, sodass sein Verlust verschmerzbar erscheint.

Agnes gegen die Borg-Königin

Nachdem Picard und seine Crew in der Vergangenheit angekommen sind, nehmen die Macher dann erstmals in der neuen Staffel das Erzähltempo etwas heraus. Stattdessen werden die Figuren erst einmal für zukünftige Ereignisse in Stellung gebracht. Der interessanteste Teil der Handlung ist dabei sicherlich der um Picard und Agnes, die quasi versuchen, die Borg-Königin zu rebooten. Alison Pill zeigt dabei erneut, dass sie in Staffel 2 zu den Höhepunkten gehört, denn ihr Weg durch die verschiedenen Emotionen ist richtig gut gespielt und schafft es sowohl hinsichtlich Dramatik als auch hinsichtlich Humor zu erzeugen.

Nachdem es zwischenzeitlich kritisch wird, gelingt es Agnes schließlich, die Borg-Königin wieder zurückzubringen, wobei diese nun auch wieder ihre frühere Persönlichkeit zurückerhalten hat und nicht mehr wirkt, als würde sie unter Drogen stehen. So verschwendet die Königin wenig Zeit und erklärt gegenüber Picard auch direkt ihre Bedingungen für eine zukünftige Zusammenarbeit. Allerdings hat sie die Rechnung ohne Agnes gemacht, der es gelungen ist, ihr die ersten wichtigen Informationen zu entlocken. Für Agnes selbst könnte dies jedoch einige langfristige Auswirkungen haben, denn durch ihre Tat ist es ihr gelungen, die Borg-Königin zu beeindrucken. Beide dürften daher nicht zum letzten Mal aneinandergeraten sein. Und dann ist ja auch immer noch die Frage offen, wer in der Picard-Gegenwart unter der mysteriösen Maske des Borg-Botschafters im Staffelauftakt steckte.

Auf nach Los Angeles

Für die anderen drei noch lebenden Besatzungsmitglieder geht es währenddessen nach Los Angeles. Aufgrund verschiedener technischer Probleme, die Autoren können es ihren Figuren schließlich nicht zu leicht machen, sind sowohl die Transporter alles andere als genau, noch funktioniert die Kommunikation so einfach, wie man es in der Zukunft gewohnt ist. Dass Seven und Raffi anschließend gemeinsam unterwegs sind, ist durchaus an der Zeit. So wird quasi im Nachhinein die holprige Romanze der beiden aus dem Finale der 1. Staffel etwas gerechtfertigt . Gerade Seven scheint an der Vergangenheit durchaus Gefallen zu finden, schließlich wird sie hier einfach nur als Mensch und nicht als ehemalige Borg gesehen.

Während Seven und Raffi mit ihren Bemühungen noch nicht so viel erreichen, gibt es zumindest bei ihrer Ankunft in Los Angeles einen Hinweis auf den Grund, warum sie gemeinsam mit Picard in das Jahr 2024 gereist sind. In der Szene, in der Raffi und Seven erneut aufeinandertreffen, ist im Hintergrund ein Plakat sehr prominent zu sehen, das Werbung für eine Europa-Mission macht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Jupitermond also noch eine größere Rolle spielen.

Im Gegensatz zu Raffi und Seven endete der erste Beamtransport von Rios ziemlich schmerzhaft. So kommt er nicht nur mit einer starken Gehirnerschütterung in eine Klinik, er verliert auch seinen Kommunikator und wird am Ende als illegaler Einwanderer verhaftet. Hier sind die Autoren von Star Trek: Picard dann wieder einmal gesellschaftskritisch unterwegs, allerdings lässt sich auch festhalten, dass die Handlung rund um Rios bereits in "Assimilation" dazu beiträgt, das Tempo zu verschleppen und etwas zäh wirkt. Auch wenn er und Dr. Teresa durchaus Chemie haben, kann man hoffen, dass Rios nicht zulange vom Rest der Crew getrennt bleibt.

Fazit

Mit "Assimilation" sind Picard und seine Crew im Jahr 2024 angekommen. Die Episode kann mit den beiden Auftaktfolgen zwar nicht ganz mithalten, weiß über weite Strecken aber doch zu überzeugen. Vor allem die Handlung rund um Picard, Anges und die Borg-Queen gehört zu den Highlights der Folge.

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